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08.05.2018

Tipps von PD Dr. Peter Steinbigler: G'sund sei' und g'sund bleim!

Garten - Gesundheitsfaktor oder Belastung?

Wenn im Frühling die Natur ihre Kraft entfaltet und die Pflanzen wachsen, sehen die einen das Unkraut sprießen und viel Arbeit auf sich zukommen, während sich andere vorrangig an der Blütenpracht erfreuen. Der eine kann es kaum erwarten, den eigenen Salat zu essen, während sich der andere nur über die Schnecken ärgert.
Dass der Umgang mit Pflanzen und Natur im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon vielfache gesundheitsfördernde Wirkungen haben kann, wurde in letzter Zeit wiederholt in Studien verschiedener medizinischer Disziplinen aufgezeigt. So haben Neurologen zeigen können, dass allein die Farbe Grün und noch viel mehr die Farbe Grün im Zusammenspiel mit den beruhigenden Naturgeräuschen so entspannend wirkt, dass der Blutdruck fallen und sogar Schmerzen gelindert werden können.
Doch weniger der passive Genuss eines Gartens sondern vielmehr der aktive Garteneinsatz entfalte entscheidende gesundheitsfördernde Wirkungen. Gar meditativen Charakter habe das Wühlen in der Erde, das den Stressabbau fördert und gute Stimmung erzeugt.
Die Kardiologen bewiesen positive Wirkungen auf das Herz, weil Gärtnern einem mäßigen Kardio- und Fitnesstraining gleicht und den Blutkreislauf auch dann anregt, wenn man gar nicht ins Schwitzen gerät. Auch die Orthopäden sehen Vorteile für gartenaktive Menschen, denn durch die verschiedenen Tätigkeiten, wie heben, bücken, schieben, graben und Knie beugen, werde der ganze Körper beansprucht.
Der Einsatz vieler verschiedener Muskeln hätte den gleichen Kalorienverbrauch, wie ein gleich lang dauernder Besuch eines Fitness-Studios. Für den Senior sei das Training des Gleichgewichts und der Balance sowie das stete Dehnen und Strecken bei der Gartenarbeit sehr positiv zu werten.
Psychiater konnten zeigen, dass der Umgang mit der Natur das Risiko an einer Depression zu erkranken, deutlich mindert. Besonders wirksam sei dazu, sich in einer Gemeinschaft, zum Beispiel in der Familie, im Verein oder mit Freunden gartenarbeitend zu beschäftigen.
Die Ernährungswissenschaftler sehen außerordentlich gute Effekte der Gartenarbeit, denn wer Obst und Gemüse selbst anbaut, sei auch über die eigene Ernte hinaus eher ernährungsbewusst als Nicht-Gartler. Zumindest weiß man bei Selbstanbau genau, welche Schadstoffe man eingesetzt hat oder weggelassen hat.
Folgende Gedanken sollen übrigens gegen Ärger im Garten helfen und deswegen auch gesundheitsfördernd sein: Salat, den die Schnecken mögen, kann nicht so giftig sein und der Wurm im Apfel geht sicher nicht in schlechtes Obst. Falls Passanten auf Ungepflegtes im Garten hinweisen, sei die Entgegnung empfohlen: „Der Garten ist für mich da und nicht ich für den Garten“. Und wenn der Löwenzahn im Rasen nervt, schildere man ihn als Heilgewächs namens Taraxacum officinale, mit Wirkung gegen Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen.

In diesem Sinne – Garteln Sie sich gesund!

PD Dr. Steinbigler
Chefarzt Innere Medizin
Kreisklinik Mindelheim